Pilzinfektionen in der Schwangerschaft


Ungefähr 20-30% aller Schwangeren leiden unter einer Pilzinfektion in der Scheide. Die höhere Östrogenkonzentration und das allgemein heruntergefahrene Immunsystem begünstigen das Wachstum des Hefepilzes Candida albicans.
Pilzinfektionen in der Schwangerschaft sind nicht nur lästig, sondern können, wenn sie noch gegen Ende der Schwangerschaft bestehen unter der Geburt das Kind infizieren. Eine Pilzinfektion beim Baby kann unter anderem einen sehr wunden Po (Windeldermatitis) oder Verdauungsbeschwerden und starke (für das Neugeborene sehr schmerzhafte) Blähungen verursachen. Meist siedelt sich der Pilz auch im Mund an, was durch weißliche Beläge erkannt werden kann. Es lohnt sich also immer, eine Pilzbehandlung durchzuführen. Ein Vaginalpilz äußert sich durch weiße Beläge im Vulvabereich und Juckreiz, Brennen oder Schmerzen. Oft entstehen Pilzerrankungen nach einer Antibiotikatherapie oder bei Diabetikerinnen.

Tipps gegen Pilzinfektionen in der Schwangerschaft

  • Es sollte immer mit einem Antipilzmittel (Antimykotikum) aus der Apotheke behandelt werden. Diese gibt es als Tablette oder Creme. Nach der Pilztherapie sollte eine Therapie mit Milchsäurebakterien (Döderlein) in Form von Vaginalzäpfchen oder Vaginaltabletten durchgeführt werden, damit sich eine normale saure Vaginalflora wieder aufbaut.
  • Man kann, wenn die Beschweren nur leicht sind, in Joghurt getränkte Tampons tragen. Dies sollte man auch nach jeder Antibiotikatherapie tun. Im Joghurt befinden sich ebenfalls Milchsäurebakterien, die die normale Vaginalflora unterstützen.
  • Im Schwimmbad oder der Sauna sollte man entweder einen in Joghurt getränkten Tampon, oder in der Apotheke erhältliche „Schwimmtampons“ als Barriere für Bakterien und Pilze tragen.
  • Wenn man einen Pilz hat, muss man seine Unterwäsche konsequent mindestens bei 60C°, besser bei 90C° waschen, sonst infizierst du dich immer wieder mit dem Pilz. Auf das Tragen von synthetischen Fasern solltest du verzichten.
  • Der Partner sollte immer mitbehandelt werden, sonst könnt ihr euch gegenseitig wieder anstecken.
  • Eine Mischung aus den ätherischen Ölen Lavendel, Teebaum und Rose (jeweils 5 Tropfen) mit einem EL Totes-Meer-Salz vermischt, kann zweimal täglich als Sitzbad angewendet werden. Es kann auch noch eine angeritzte Knoblauchzehe hinzugefügt werden.
  • Die unter 6. genannte Mischung kann auch zusammen mit Johanniskrautöl (ohne Salz) auf einen Tampon gegeben werden, der dann getragen wird.
  • Eine geschälte Knoblauchzehe, an einem Bändchen befestigt in die Scheide einführen (nicht zu weit, damit sie wieder entfernt werden kann), kann für 12 Stunden getragen werden. Behandlung sollte acht Tage durchgeführt werden.
  • Sitzbad: 3 EL Calendulabüten mit 2 Liter kochendem Wasser überbrühen und abseihen. Wenn der Sud auf eine angenehme Badetemperatur abgekühlt ist, gibst du noch 100ml Obstessig hinzu.
  • Zur Vorbeugung weitestgehend auf Süßes verzichten und Saures (z.B. saures Obst wie Orangen oder Zitronen) öfters mal genießen. Pilze lieben nämlich Süßes. Olivenöl beim Kochen und auf Salaten bevorzugen.
  • Den Intimbereich nicht mit alkalischen Seifen reinigen. Wenn überhaupt eine Seife zur Intimreinigung benutzt wird (was eigentlich nicht nötig ist), dann nur eine milde Intimwaschlotion. Außerdem sollte auf das Benutzen von Waschlappen zur Intimreinigung verzichtet werden.

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