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Informationen zur “Schweinegrippe”

Viele Schwangere sind, sicher zu Recht, sehr verunsichert über die aktuellen Impfempfehlungen zur sogenannten “Schweinegrippe”.

Einerseits gehören Schwangere zu der Gruppe, bei denen die sonst (zur Zeit noch) eher mild verlaufende neue Grippe, einen schwereren Verlauf nehmen kann. Andererseits ist der üblicherweise angebotene Impfstoff noch gar nicht an Schwangeren getestet worden. Da der Impfstoff sogenannte Adjuvantien (Wirkverstärker) enthält, ist damit auch ein erhöhtes Nebenwirkungsrisiko zu erwarten. Noch dazu sind die Auswirkungen auf das Ungeborene nicht getestet und es ist völlig unklar, wie sich die Wirkverstärker auf die Immuntoleranz in der Schwangerschaft auswirken. Diese gewisse Immuntoleranz in der Schwangerschaft ist nötig, damit der Embryo nicht abgestoßen wird.

Was also tun?

Die wichstigsten allgemeinen Empfehlungen zur Vermeidung einer Grippeerkrankung sind, wie der normalen saisonalen Grippe auch

- große Menschenansammlungen meiden

- häufiges Händewaschen oder, falls nicht möglich, Desinfizieren mit    alkoholischen  Desinfektionsmitteln z.B in Pumpflaschen oder auf Feuchtüchern ( besonders  z.B. nach dem Schieben eines Einkaufswagens
oder einer Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln)

-Händeschütteln zur Begrüßung unterlassen

-das Berühren von Schleimhäuten (Nase, Mund-Rachenraum, Augen) mit ungewaschenen Händen sollte vermieden werden

-Kranke meiden und Besucher nach Grippe- oder Erkältungssymptomen fragen und gegebenfalls  “Besuchsverbot” erteilen. Dies gilt auch insbesondere nach der Geburt, da auch Babies und kleine Kinder zu den Hochrisikogruppen gehören

-sollte Kontakt mit Erkrankten unumgänglich sein, weil z.B im eigenen Haushalt Personen infiziert sind, sollte ein Mundschutz getragen werden (gibts in Apotheken, auch viel teuere mit “speziellem Grippeschutz” sind nicht nötig) und eine prophylaktische antivirale Therapie mit dem betreuendem Arzt diskutiert werden

-Familienangehörige und enge Kontaktpersonen, die ein hohes Risiko haben, sich anzustecken (da sie z.B. einen Beruf ausüben, bei dem sie viel Kontakt zu Menschen haben), sollten sich impfen lassen


Was ist zu tun im Krankheitsverdacht? Was sind die Grippesymptome?

Typischerweise beginnt eine Grippe mit plötzlich auftretendem starkem Krankheitsgefühl einhergehend mit hohem Fieber. Des weiteren treten starke Schwäche und Gliederschmerzen,  Müdigkeit, Husten und Niesen, Ausfluss aus der Nase und den Augen, gerötete Augen, eventuell auch Durchfall auf.

Die neue Grippe kann allerdings auch viel mildere Verläufe haben und sich z.B nur mit leichten Erkältungsymptomen darstellen oder sogar völlig symptomlos verlaufen.

Sollten irgendwelche Symptome auftreten, muss umgehend ein Arzt konsultiert werden und Kontakt zu anderen Menschen vermieden werden, um eventuell nicht auch andere anzustecken. Die sofortige Konsultation eines Arztes ist notwendig, da, nach Abwägen aller Risiken, eine antivirale Therapie begonnen werden kann. Diese Therapien sind sehr wirkungsvoll wenn sie innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der ersten Krankheitssymptome begonnen werden.

Der betreuende Arzt wird je nach Zeitpunkt der Schwangerschaft und Zustand eine passende Therapie vorschlagen.

Warum sind Schwangere besonders von A/H1N1 bedroht?

Schwangere haben aufgrund der Schwangerschaft eine verminderte Aktivität des Immunsystems- sie sind also generell anfälliger für Infekte.

Noch dazu kommt die erhöhte Herz-Kreislauf- und Lungenbelastung mit zunehmendem Schwangerschaftsalter. Das Risiko für schwere Verläufe, insbesondere mit Lungenbeteiligung steigt mit dem Schwangerschaftsalter und betrifft im wesentlichen das letzte Schwangerschaftsdrittel.

Zu Fehlbildungen kann es durch das Virus weniger kommen, da ein Übertritt zur Plazenta kaum möglich ist. Fehlbildungen können jedoch durch relativen Folsäuremangel (vor der Schwangerschaft und in den ersten 12 Wochen) verursacht werden der die Folge von hohem Fieber sein kann. Im Falle einer Erkrankung ist demzufolge an eine effiziente Fiebersenkung (z.B. durch einnahme von Paracetamol) zu denken.

Impfen ja oder nein?

Zur Zeit verläuft die neue Grippe noch relativ mild und fordert deutlich weniger Opfer als die normale saisonale Grippe. Dennoch sind Schwangere in besonderem Maße gefärdet, da sie ein höheres Risiko haben, schwer daran zu erkranken.

Die Stiko (Ständige Impfkommission) empfieht Schwangeren sich gegen die Neue Grippe impfen zu lassen. Da der zur Zeit angebotene Impfstoff jedoch Wirkverstärker enthält, deren Nebenwirkungen an Schwangeren nicht getestet sind, wird desweiteren empfohlen, auf eine Impfung ohne die Adjuvantien zurückzugreifen. Dieser Impfstoff steht jedoch vorraussichtlich erst ab Dezember zur Verfügung. Deshalb wird zur Zeit noch Zurückhaltung beim Impfen empfohlen. Sollten Schwangere jedoch einem extrem hohem Risiko an Influenza zu erkranken ausgesetzt sein( z.B. Schwangere mit sehr viel Kontakt zu Menschen), muss eine Impfung trotz der nicht erforschten Risiken diskutiert werden oder auf einen Impfstoff zurückgegriffen werden, der die sogenannten Wirkverstärker nicht enthält.  Außerdem sollten Schwangere mit ihrem Arbeitgeger reden und sich eventuell beurlauben, versetzten oder Arbeitsunfähig schreiben lassen.

Eine Impfentscheidung kann immer nur nach einer ausführlichen Beratung eines Arztes getroffen werden. Es muss in jedem Fall eine Nutzen-Risiko-Analyse gemacht werden und dann entschieden werden.

!!Aktuelle Informationen!!

In Berlin steht seit dem 16.12.2009 der  Grippeimpfstoff ohne Wirkverstärker zur Verfügung. Welche Praxen impfen ist unter www.berlin.de/impfen abrufbar.