Vorsorgeuntersuchungen

Die Schwangerschaft – Vorsorgeuntersuchungen



Die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft sind ein wichtiger Bestandteil der Schwangerenbetreuung. Das Ziel einer regelmäßigen Schwangerenvorsorge ist das frühzeitige Erkennen mütterlicher und kindlicher Risiken. Durch gute Aufklärung, fundierte Beratung, Betreuung und Überwachung sollen deine und die Gesundheit des Kindes geschützt und erhalten bleiben.

Jede Schwangere hat einen gesetzlichen Anspruch auf Schwangerenvorsorge, diese kann bei einem Arzt oder bei einer Hebamme oder bei beiden abwechselnd in Anspruch genommen werden. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. Die Inhalte der Schwangerenvorsorge sind gesetzlich in den Mutterschaftsrichtlinien festgelegt. Von den Kassen werden die dort aufgeführten Untersuchungen gezahlt. Alle zusätzlichen Leistungen, wie etwa eine „Nackenfaltenmessung“ oder ein so genannter Fehlbildungsultraschall werden ohne medizinischen Grund (Indikation) nicht von den Krankenkassen getragen. Lasse dich von deinem Arzt beraten, welch zusätzlichen Untersuchungen wirklich nötig sind. Bei den meisten Schwangeren sind diese meist überflüssig und teuer. Die Angst vor Klagen hat die meisten Ärzte so verunsichert, dass sie ihren Schwangeren alle möglichen Zusatzuntersuchungen anbieten, um eventuelle Risiken zu minimieren. Diese Untersuchungen werden jedoch meist ohne gute und neutrale Aufklärung angeboten. Das hat jedoch zur Folge, dass viele Schwangere völlig unnötig zu zusätzlichen Untersuchungen geschickt werden, über deren eventuelle Folgen sich die wenigsten Frauen im Klaren sind. Nicht selten werden mit den modernen Ultraschallgeräten winzigste Veränderungen oder Auffälligkeiten gesehen, die dann noch mal kontrolliert werden müssen, weil etwa die Sicht schlecht war oder das Kind ungünstig lag oder oder oder. Die meisten Diagnosen erweisen sich bei erneuter Kontrolle meist als haltlos und ohne Konsequenz. Selten werden die Befunde kommentiert und die Schwangere erstmal allein gelassen und gebeten, sich einen neuen Termin geben zu lassen. Die Zeit bis zur Kontrolluntersuchung erleben die meisten Schwangeren als unerträglich lang und sehr beängstigend. Jede Mutter wünscht sich ein gesundes Kind. Und nun entdeckt jemand irgendetwas, was ein Hinweis auf eine (z.B. genetische) Krankheit sein könnte. Das macht große Angst und es kommt zum Verlust des Vertrauens in den eigenen Körper. Einfach nur „guter Hoffnung“ sein ist bei den vielen Untersuchungen meist nicht mehr möglich. Dabei kommen die meisten Kinder völlig gesund zur Welt. Es ist natürlich unbestritten, dass bei Auffälligkeiten die der betreuende Frauenarzt entdeckt, weitere Untersuchungen bei Ultraschallspezialisten absolut zu empfehlen sind. Diese sollten unbedingt wahrgenommen werden, damit eventuelle Krankheiten genauestens diagnostiziert und falls möglich behandelt werden können.

Durch die gute Überwachung der Schwangeren hat sich die Rate der Mutter- und Säuglingssterblichkeit in Deutschland deutlich in den Promillebereich senken lassen. Auffallend ist jedoch, dass durch die ständig zunehmenden Untersuchungen die Mutter- und Säuglingssterblichkeit nicht immer weiter gesenkt werden konnten. In Ländern, wie die Niederlande, wo die Schwangerenbetreuung ganz in den Händen der Hebammen liegt und nur bei Auffälligkeiten an Frauenärzte überwiesen wird, sind die Zahlen sogar noch besser. Das bedeutet, dass eine sehr engmaschig überwachte Schwangerschaft zwingend einen höheren Nutzen für die Frau und ihr Ungeborenes hat als eine normale Schwangerenvorsorge. Eine sehr engmaschige Schwangerschaftsbetreuung, z.B. alle zwei Wochen, hat nur Sinn bei einem bestehenden Risiko. Dass fast 75% aller deutschen Schwangeren zu „Risikoschwangeren“ klassifiziert werden, hat hauptsächlich Abrechnungstechnische denn objektive Gründe. Die hohe Zahl der Risikoschwangeren ist ein deutsches Phänomen und schon der Herzinfarkt der Großmutter kann als ein Risiko angesehen werden.

Die Mutterschaftsrichtlinien sehen regelmäßige Vorsorgetermine vor. Bis zur 32. Schwangerschaftswoche sind Kontrollen alle vier Wochen vorgesehen. Ab dann werden die Termine zweiwöchentlich sein bis zum errechneten Termin. Ist der Errechnete Geburtstermin erreicht, werden die Kontrollen alle zwei Tage bis zum Zehnten Tag über Termin sein. Dann sind bis zum 14. Tag tägliche Kontrollen angesetzt. Dann wird die Geburt eingeleitet werden.

Bei Risiken, wie z.B eine Zwillingsschwangerschaft werden die Vorsorgetermine alle zwei Wochen sein, dann wöchentlich.

Wenn du mit der Betreuung deines Arztes unzufrieden bist, scheue dich nicht ihn zu wechseln. Ein vertrauensvolles Verhältnis ist besonders in der Schwangerschaft sehr wichtig. Wenn du das Gefühl hast, dein Arzt hat nur wenig Zeit für dich oder geht auf deine Ängste und Fragen nicht ein oder du hast Hemmungen, bestimmte Fragen zu stellen, dann ist die Mitbetreuung durch eine Hebamme zu empfehlen. Sie hat in der Regel deutlich mehr Zeit für dich und dein Kind und betrachtet die Dinge eher von der natürlichen Seite. Hebammen sehen Schwangerschaft und Wochenbett als völlig natürliche Vorgänge im Leben einer Frau. Erkennen sie Risiken, werden sie immer auch an den Rat eines Facharztes verweisen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für den Gynäkologen und die Hebamme.

Um eine optimale Betreuung deiner Schwangerschaft zu gewährleisten ist es wichtig, dass du regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen gehst. Nur so können etwaige Risiken erkannt werden.

Ablauf der Vorsorgeuntersuchungen nach den Mutterschaftsrichtlinien

 

 

Schwangerschafts -Woche (SSW) Vorsorgeuntersuchungen nach den Mutterschaftsrichtlinien Mögl.Zusatz
Untersuchungen
(kostenpflichtig)
1-5
6 Mutterschafts vorsorgeuntersuchung (bestehend aus dem errechnen der aktuellen Schwangerschaftswoche; dem Tasten des Höhenstandes des Gebärmutter und Untersuchen der aktuellen Kindslage; dem Hören der kindlichen Herztöne; Untersuchung auf Wassereinlagerungen (Ödemen) an den Beinen, Händen und dem Gesicht; Untersuchung auf Krampfadern und Hämorrhoiden; dein Gewicht wird bestimmt; der Blutdruck wird gemessen; der Urin wird auf Eiweiß, Blut, Zucker und Nitrit getestet; dein Muttermund wird abgetastetAnlegen des MutterpassesAbstrich vom Muttermund (Test auf Clamydien)Blutgruppenbestimmung
(Blutabnahme)

Antikörpersuchtest
(Blutabnahme)

Test auf Röteln(Blutabnahme)

Test auf Lues(Blutabnahme)

Bestimmung des Hb/ relative Menge der roten Blutkörperchen(Blutabnahme)

HIV-Test(wenn gewünscht und ein ärztlicher Grund besteht)

HIV-Test bei NichtrisikopatientenBescheinigung für den Arbeitgeber über Schwangerschaft
7
8
9
10 Mutterschafts-
vorsorgeuntersuchungErstes Ultraschallscreening (9.-12.SSW)
Test auf Toxoplasmose
(Blutabnahme)Test auf Listeriose
(Blutabnahme)
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12
13 Nackenfaltenmessung
(Ultraschall)
14
15 Mutterschafts-
vorsorgeuntersuchung
PappA und freies ß-HCG(Blutabnahme)
16 Alpha-Fetoprotein
(Blutabnahme)
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19
20 Mutterschafts-
vorsorgeuntersuchungBestimmung des Hb(Blutabnahme)Zweites
Ultraschallscreening(19.-22.SSW)
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22
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24 Mutterschafts-
vorsorgeuntersuchungBestimmung des Hb(Blutabnahme)Zweiter Antikörpersuchtest(Blutabnahme)
Ultraschall auf WunschOGTT (oraler Glucose Toleranztest)
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28 Mutterschafts-
vorsorgeuntersuchungBestimmung des Hb(Blutabnahme)Anti-D-Prophylaxe(Injektion, wenn Blutgruppe Rhesus negativ)CTG(Kardio-Tokogramm)
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30 Drittes Ultraschallscreening(29.-32.SSW)
31
32 Mutterschafts-
vorsorgeuntersuchungBestimmung des Hb(Blutabnahme)
Ultraschall auf Wunsch
33
34 Mutterschafts-
vorsorgeuntersuchung
Ultraschall auf Wunsch
35
36 Mutterschafts-
vorsorgeuntersuchungBestimmung des HBsAg(Blutabnahme)
Untersuchung auf Gonokokken und B-Streptokokken (Abstrich)Ultraschall auf Wunsch
37
38 Mutterschafts-
vorsorgeuntersuchung
39
40 Mutterschafts-
vorsorgeuntersuchungBestimmung des Hb(Blutabnahme)CTG

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