Schwangerschaft und Ernährung

Ernährung in der Schwangerschaft



Eine gute Ernährung in der Schwangerschaft ist ein wichtiger Grundbaustein für eine gesunde Schwangerschaft und ein gesundes Kind. Du musst immer daran denken, dass du die alleinige Versorgerin für dein Baby bist und nach der Geburt auch weiter bleiben wirst, wenn du stillst. Auch wenn du dir keine große Gedanken über eine gesunde Ernährung machst und dich eher ungünstig ernährst, wirst dein Baby versuchen, sich alles zu nehmen, was es braucht. Auch wenn es dazu an deine Resourcen gehen muss. Bitte denke daran, denn du wirst sie in der Stillzeit brauchen.

Der wohl gut gemeinte Hinweis, man müsse jetzt für zwei essen, ist längst überholt. Es geht nicht um die Menge der Nahrung, sondern um die Qualität. Deine Nahrung sollte abwechslungsreich und ausgewogen sein. Viel frisches Obst und Gemüse, wenig Fleisch, viel Fisch, wenig Süßes sind die wichtigsten Punkte. Vermeide raffinierte Lebensmittel wie Weißmehl und Zucker und Produkte, die damit hergestellt werden. Greife zu Vollkornprodukten und achte auf Saisongemüse und -Obst, da sonst diese Lebensmittel zu sehr belastet sein können.

Iß, was dir schmeckt und dir gut tut. Es macht nichts, wenn du dich in der Frühschwangerschaft hauptsächlich von Zwieback oder Weißbrot ernährt hast weil dir immer so schlecht war. Dein Kind hat sich alles genommen, was es braucht und hat sicher keinen Mangel erlitten. Du kannst dir sicher sein, dass dein Hunger wieder kommt(und das ständig und zu allen Tages- und manchmal auch Nachtzeiten). Gib ruhig auch manchmal Gelüsten nach. Es kann sein, dass deinem Körper etwas fehlt und er sich so versucht, das Fehlende zu holen.

Es ist besser, fünf kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen als drei große. Bitte lasse keine Mahlzeiten aus.

Du benötigst in der Schwangerschaft nur ca. 300kcal mehr, das entspricht einem Käsebrot. Du solltest in der Schwangerschaft auf keinen Fall eine Reduktionsdiät machen, aber auch auf ungehemmte Völlerei solltest du verzichten.

Viel Trinken ist wirklich wichtig, da dein Körper mehr Flüssigkeit benötigt um deine Blutmenge zu erhöhen, Fruchtwasser zu produzieren…, außerdem lagerst du auch vermehrt Wasser ein. Es kann bei einem Flüssigkeitsmangel sonst schnell mal zu einem Kreißlaufkollaps kommen, der dich und dein Kind gefährden kann.

Es gibt Ernährungseinschränkungen, die du beachten solltest um dich und dein Kind nicht zu gefährden. Genannt werden müssen da die Toxoplasmose, Listeriose und andere Magen-Darm-Erkrankungen. Schwangere sind generell anfälliger für Magen-Darm-Infekte. Diese können schnell zu einem gefährlichen Flüssigkeitsmangel führen.

In den folgenden Lebensmitteln können Erreger sein, die in der Schwangerschaft besonders gefürchtete Krankheiten wie Toxoplasmose oder Listeriose auslösen können. Beim gesunden Menschen kommt es meist nur zu eine leichten grippeähnlichen Erkrankung, in der Schwangerschaft jedoch können diese Erreger das Ungeborene schädigen oder in der Frühschwangerschaft zu einer Fehlgeburt führen. Der Toxoplasmoseerreger wird außerdem von Katzen und deren Kot übertragen. Also das Katzenklo reinigt nur noch der Partner und bei der Gartenarbeit solltest du Handschuhe tragen. Allerdings ist ein großer Teil der Bevölkerung immun gegen eine Toxoplasmose, da, meist unbemerkt, eine Infektion irgendwann durchgemacht wurde. Ob du einen Schutz gegen diese Krankheit hast, kann deine Frauenärztin durch eine Blutabnahme klären.

Verzichten solltest du auf rohes Fleisch und Wurst (z.B. Steak, Mett, Tatar, Salami, roher Schinken, Pasteten, Leberwurst..), Fisch (Sushi) und Muscheln. Vorsichtig auch bei schon vorproduziertem Salaten (gewaschen und geschnitten) und Sprossen und leichtverderblichen Lebensmitteln (rohe oder nicht durchgegarte Eier, Feinkostsalate, Mayonnaise, Eis im Sommer..). Bitte verzichte auch auf Rohmilchprodukte (Rohmilchkäse, unpasteurisierte Milch), Weichkäse (wie Brie, Camembert, Roquefort..) und Frischkäse ( Feta, Ricotta).

Bitte vermeide ein Zuviel an Süßem und zuckerhaltige Produkte. Zucker schwächt dein Immunsystem, kann deshalb Pilzinfektionen und andere vaginale Infektionen begünstigen. Da Innereien, hier sei besonders Leber genannt, besonders viele Schadstoffe enthalten, sollten sie in der Schwangerschaft nur selten in kleinen Mengen oder gar nicht genossen werden.

Ernährung bei Anämie/Eisenmangel

Eine leichte Anämie in der Schwangerschaft ist völlig normal und schwangerschaftsbedingt. Die Menge an Wasser im Blut nimmt zu, die relative Menge an roten Blutkörperchen dadurch ab. Trotzdem ist der Eisenbedarf erhöht. Um einer Anämie vorzubeugen und einer Therapie, mit meist Verstopfung als Nebenwirkung, zu vermeiden, solltest du besonders Eisenhaltige Lebensmittel auf deinem Speiseplan setzen. Hat dir dein Arzt/Hebamme ein Eisenpräparat verschrieben, nimm die Tabletten nicht zusammen mit Milchprodukten ein. Diese hemmen die Eisenaufnahme. Ein „Eisenfresser“ ist außerdem Schwarztee und Kaffee. Wurde dir ebenfalls ein Magnesiumpräparat verschrieben, nimm dieses nicht zusammen mit dem Eisenpräparat ein, da sich gleichzeitig blockieren. Unterstützen kannst du die Eisenaufnahme durch Vitamin C, welches besonders reichhaltig in Orangen, Zitronen, Kiwi, Sanddorn u.s.w. vorkommt. Am besten wird Kräuterblut vertragen, ein pflanzliches Eisen- und Vitaminpräparat. Es kann auch vorbeugend genommen werden.

Besonders eisenhaltige Lebensmittel: Fleisch, Vollkornprodukte, Haferflocken (zusammen mit Orangensaft), Artischocken, Bohnen, Erbsen, Kichererbsen, Linsen, Petersilie, Rosenkohl, Rote Beete, Sauerkraut, Schwarzwurzel, Sojabohnen, Zucchini

Ernährung bei Muskelkrämpfen/ vorzeitige Wehen

Unter Muskelkrämpfen, besonders nachts in den Beinen, leiden viele Schwangere. Oft ist ein Mangel an Magnesium die Ursache. Um Krämpfen vorzubeugen, sollten besonders Magnesiumhaltige Lebensmittel zu sich genommen werden. Wenn du schon ein Magnesiumpräparat zu dir nimmst, solltest du das Mittel regelmäßig über einen längeren Zeitraum einnehmen, ruhig auch hochdosiert- es zeigt sonst keine Wirkung. Ein Zuviel an Magnesium zeigt dir dein Körper durch Durchfall. Magnesium wird oft als Therapie bei vorzeitigen Wehen eingesetzt, da die Gebärmutter auch ein Muskel ist, der, wenn er Wehen macht, auch unter Spannung steht. Es ist jedoch nicht bewiesen, dass Magnesium eine effektive Therapie ist. Es kann auf keinen Fall eine Geburt verhindern oder verzögern. Es kann in diesem Fall auch darauf verzichtet werden.

Effektiv eingesetzt wird Magnesium jedoch zur Krampfvorbeugung bei einer Schwangerschaftsvergiftung(Gestose).

Besonders magnesiumhaltige Lebensmittel: Aprikosen, Bananen, Haferflocken, Kakao, Kohlrabi, Mandeln, Pellkartoffeln, Seezunge, Weizenkleie

Ernährung bei Verstopfung

Unter Verstopfung leidet fast jede Schwangere, Ursache dafür ist die durch das Hormon Progesteron herabgesetzte Muskelspannung im Darm. Bitte versuche erst natürliche Methoden, bevor du zu irgendwelchen Abführmitteln greifst. Sie können zu einer gewissen Abhängigkeit führen, dann klappt es gar nicht mehr ohne.

Hilfe bei Verstopfung:

  • viel trinken
  • ballaststoffreiche Ernährung ( Obst, Gemüse, Vollkornprodukte..)
  • regelmäßige Bewegung
  • Milchzucker
  • getrocknete Pflaumen, Aprikosen Feigen (vorsichtig ausprobieren, können starke Blähungen auslösen)

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