Der Mutterpass

Der Mutterpass



Der Mutterpass wird dir meist beim zweiten Arztbesuch in der Schwangerschaft, meist so um die 10.SSW herum, ausgehändigt werden. Er ist ein sehr wichtiges Dokument, in dem alle Untersuchungen, die die Schwangerschaft betreffen, eingetragen werden. Du solltest ihn also immer dabei haben, auch wenn kein Arztbesuch ansteht (dir könnte ja auch was auf der Strasse passieren). Der Mutterpass ist dein persönliches Dokument und du entscheidest, wer Einblick in diesen erhalten soll. Du darfst ruhig auch in deinen Mutterpass schreiben- wichtige Telefonnummern z.B. Du darfst ihn auch bemalen oder bekleben, denn er gehört schließlich dir. Dein Arbeitgeber oder Behörden dürfen die Einsicht in deinen Mutterpass nicht verlangen.

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Auf der ersten Seite tragen sich dein Arzt, deine Hebamme und meist die Klinik ein. Weiter unten werden die Untersuchungstermine aufgeführt.

Seite 2 und 3

Auf diesen Seiten werden alle Blutabnahmen und Abstrichergebnisse eingetragen. Auf Seite 2 werden oben deine persönlichen Daten notiert. Falls sich dein Name oder deine Anschrift ändert, korrigiere bitte die Daten.

Auf Seite 2 wird deine Blutgruppe eingetragen. Die Blutgruppe zu wissen ist besonders in der Schwangerschaft von Bedeutung. Interessant ist vor allem der Rhesusfaktor. Falls dein Rhesusfaktor negativ sein sollte, kann es zu Unverträglichkeiten zwischen dir und deinem Kind kommen, wenn der Kindsvater Rhesus positiv ist. Dann besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass dein Baby ebenfalls ein Rhesus positive Blutgruppe hat. In sehr seltenen Fällen kann es in der Schwangerschaft zu einem Blutaustausch von mütterlichen und kindlichen Blut kommen(z.B. bei vorzeitigen Wehen, einem Sturz oder bei einer Amniozentese/ Fruchtwasserentnahme über die Bauchdecke). Dann entwickelt der mütterliche Organismus Antikörper gegen die kindliche Blutgruppe und es kann zu Blutverklumpungen kommen, die das Kind schädigen können oder sogar zum Absterben führen. Um einer Unverträglichkeitsreaktion vorzubeugen, bekommen alle Frauen mit einem negativen Rhesusfaktor in der 28.SSW routinemäßig ein Anti-D Serum(Anti-D-Prophylaxe)gespritzt. Bei vaginalen Blutungen in der Schwangerschaft, bei Unfällen oder Stürzen oder nach einer Amniozentese wird zusätzlich eine Gabe injiziert. Nach der Geburt des Babys wird in den meisten Krankenhäusern aus dem Nabenschnurblut des Babys seine Blutgruppe bestimmt. Sollte sich herausstellen, dass der Rhesusfaktor negativ sein, so wird auf eine weitere Injektion für dich verzichtet. Bei positivem Rhesusfaktor bekommst du eine letzte Injektion. Nach Fehlgeburten müssen ebenfalls allen Rhesus negativen Frauen das Serum gespritzt werden, da ihr Körper in nächst folgender Schwangerschaft das Baby schädigen kann.

Der Antikörper-Suchtest wird in der Schwangerschaft zwei Mal bestimmt werden. Bei diesem Bluttest wird dein Blut auf eventuell vorhandene Antikörper hin untersucht, die in manchen Fällen, wie z.B. Anti-D, das Kind schädigen können. Werden keine Antikörper gefunden, wird „negativ“ notiert. Werden Antikörper entdeckt, ist der Test „positiv“. Es wird in diesem Fall außerdem die Menge der Antikörper, der Titer bestimmt. Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft wird der Titer in regelmäßigen Abständen auf ein eventuelles Ansteigen hin untersucht. Ein positiver Antikörper-Suchtest bedeutet nicht zwingend, dass dein Kind geschädigt ist oder wird. Ein positiver Antkörper-Suchtest kann auch nach einer Anti-D- Prophylaxe auftreten und ist dann unbedeutend. Sollte jedoch ein steigender Titer festgestellt werden, wird dein Frauenarzt dich außerdem zu einem Ultraschall-Spezialisten überweisen, da Schädigungen, deren Ursache eine relative Blutarmut(Anämie) des Babys ist, dort erkannt und falls nötig, auch behandelt werden können(Bluttransfusion).

Beim Röteln-HAH-Test wird dein Schutz (Immunität) gegen Röteln überprüft. „Negativ“ bedeutet in diesem Fall, dass du keinen Schutz gegen Röteln-Erreger hast. Es kann in der Schwangerschaft für dein Kind sehr gefährlich sein, wenn du dann mit Röteln in Kontakt kommst. Dein Kind könnte stark geschädigt werden. Da in der Schwangerschaft keine Röteln-Impfung durchgeführt werden kann, musst du dich in diesem Fall streng von Kindern, die erkrankt sein könnten, fern halten. In dem Feld Röteln-HAH-Test-Kontrolle wird bei schwachem oder fehlendem Röteln-Schutz im Verlauf der Schwangerschaft ein weiterer Bluttest vorgenommen, um zu überprüfen, ob du zwischen den Tests Kontakt mit an Röteln erkrankten Personen hattest und dich angesteckt hast.

Ist ein Röteln-Schutz vorhanden(durch regelmäßiges Impfen oder eine durchgemachte Röteln-Erkrankung erworben), so ist der Test „positiv“. Der Titer gibt die Höhe des Röteln-Schutzes an- je höher, desto besser. Ab einem Titer von 1:32 und weniger wirst du nach der Schwangerschaft im Wochenbett geimpft werden um einen Schutz vor der (vielleicht nächsten) Schwangerschaft aufzubauen, außerdem solltest du den Kontakt zu Kindern und an Röteln Erkrankten streng meiden, da dein Immunschutz gegen Röteln-Erreger nur sehr schwach ist. Bei dem geringsten Verdacht auf Röteln-Kontakt solltest du, auch am Wochenende, schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Man kann eine Blutuntersuchung durchführen, und falls Kontakt bestand, Gegenmaßnahmen ergreifen, damit die Krankheit nicht ausbricht.

Der Nachweis von Clamydia trachomatis-Antigen aus der Zervix wird mittels eines Abstriches überprüft. Clamydien sind heutzutage weit verbreitet, sie machen einer Pilzinfektion ähnliche Symptome. Sie können in der Schwangerschaft vorzeitige Wehen und so eine Frühgeburt auslösen, außerdem können sie auf das Kind übertragen werden und es infizieren. Sie müssen also behandelt werden um das Kind zu schützen. Eine Partnerbehandlung ist ebenfalls notwendig.

LSR durchgeführt bedeutet, dass ein Test auf die (heute seltene) Geschlechtskrankheit Lues(Syphilis) gemacht wurde. Syphilis kann das Kind extrem schädigen, auch für die Frau ist die Krankheit sehr schwer. Eine Syphilis kann jahrelang unerkannt bleiben und dann ausbrechen-deshalb ist der Test sinnvoll, auch wenn keine Symptome aufgetreten sind.

Wichtig ist außerdem die Kontrolle deines HBs-Antigen. Diese Blutentnahme erfolgt meist um die 34. SSW herum, bei einer drohenden Frühgeburt eher. Dieser Test gibt Auskunft, ob du das HepatitisB-Virus in dir trägst. „Negativ“ bedeutet, dass du keine Hepatitis B hast, „positiv“ dagegen bedeutet, dass du den Virus in dir trägst und so dein Kind anstecken kannst. Deshalb muss dein Kind direkt nach der Geburt passiv und aktiv geimpft werden um nicht zu erkranken.

Nicht in den Mutterschaftsrichtlinien vorgeschrieben, doch in einigen Fällen durchaus berechtig, sind Blutuntersuchungen auf Toxoplasmose und Listeriose. Beide Krankheiten kommen sehr häufig bei und vor. Selten machen sie mehr Symptome als ein grippaler Infekt. Nur eine Erstinfektion in der Schwangerschaft kann das Kind schädigen. Toxoplasmose wird von Katzen übertragen, ist außerdem in rohem Fleisch zu finden. Listeriose-Bakterien kommen in Weichkäse, Rohmilch und Rohmilchprodukten, Fertigsalaten u.s.w. vor. (Hinweise zur gesunden Ernährung und Vermeidung einer Toxoplasmose oder Listeriose findest du im Kapitel Der erste Schwangerschaftsmonat/ Tipps).

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Auf der vierten Seite werden die Verläufe aller vorherigen Schwangerschaften eingetragen, auch Fehlgeburten und Schwangerschaftsabbrüche sind wichtig.

Spontangeburt bedeutet, dass du ganz normal vaginal geboren hast

Sectio ist ein Kaiserschnitt

Vag. Operation bedeutet, da hast dein Baby mit Hilfe einer Saugglocke(Vakuumextraktion) oder einer Geburtszange(Forceps) geboren

Abort ist eine Fehlgeburt

Abruptio ist ein Schwangerschaftsabbruch

EU bedeutet extrauterine Schwangerschaft, der Embryo hat sich nicht, wie normal, in der Gebärmutter, sondern außerhalb dieser z.B. im Eileiter oder im Bauchraum eingenistet. Eine EU kann nicht ausgetragen werden, da ein Embryo außerhalb der Gebärmutter nicht lebensfähig ist

Außerdem werden die Schwangerschaftsdauer in Wochen angegeben (wichtig sind Frühgeburten und Übertragungen), der Geburtsverlauf und Komplikationen wie z.B. eine Schwangerschaftsvergiftung(Gestose), Wehenschwäche, verlangsamte(protrahierte) Verläufe, Blutungen nach der Geburt u.s.w. Das Gewicht des Kindes ist in Bezug auf Unter- oder Übergewicht von Bedeutung.

Bei Besonderheiten werden meist Befunde notiert, wie z.B. Toxoplasmose-Antikörper-Suchtest oder Abstrichergebnisse(z.B. auf Streptokokken).

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Oben werden dein Alter, dein Gewicht vor der Schwangerschaft, deine Größe, deine wievielte Schwangerschaft(Gravida) besteht und wie viel Kinder du schon geboren hast(Para) eingetragen.

Weiter unten folgen deine Anamnese, deine allgemeine Krankengeschichte und allgemeine Befunde. Die Anamnese erfolgt bei der ersten Vorsorgeuntersuchung dieser Schwangerschaft und sollte sehr gründlich vom Arzt/ Hebamme ausgefüllt werden, und nicht etwa von der Sprechstundenhilfe im Wartezimmer. Durch die Anamnese können erste Schwangerschaftsrisiken erkannt werden und darauf eingegangen werden, z.B. weiterfolgende Untersuchungen oder Konsultationen bei anderen Fachärzten oder häufigere Arztkontakte.

  1. Familiäre Belastung sind Besonderheiten, die in deiner und/oder in der Familie des Kindsvaters vorkommen. Diabetes ist Zuckerkrankheit, Hypertonie bedeutet Bluthochdruck.
  2. Frühere eigene schwere Erkrankungen: damit sind sämtliche organische Erkrankungen gemeint, die du jemals hattest oder hast. Bei ZNS(Zentrales Nervensystem) wird z.B. nach Epilepsie gefragt, mit Psyche sind alle psychischen Erkrankungen gemeint, wie Depressionen oder Psychosen
  3. Blutungs-/Thromboseneigung (Gefäßverschluss) besteht z.B. bei Gerinnungsstörungen, starken Krampfadern, Einnahme von die Gerinnung beeinflussender Medikamente oder nach einer durchgemachten Thrombose
  4. Allergie: hier sind alle bekannten aber auch fraglichen Allergien gemeint. Wichtig sind besonders Allergien gegen Medikamente, Pflaster oder Latex.
  5. Frühere Bluttransfusionen werden erfragt in Hinblick auf Hepatitis oder HIV.
  6. Besondere psychische Belastungen(z.B. familiäre oder berufliche): fühlst du dich in irgendeiner Weise psychisch unter Druck, solltest du das deinem Arzt oder deiner Hebamme mitteilen, so dass sie ein besonderes Augenmerk auf diese Dinge legen können und dich besser unterstützen können. In dir schwelende Konflikte, die nicht offen benannt werden, können deinem Baby und dir schaden.
  7. Besondere soziale Belastung(Integrationsprobleme, wirtschaftliche Probleme): wenn du das Gefühl hast, dass du in diesem Punkt Hilfe benötigst, sprich dieses Problem an. Es gibt gute Beratungsstellen, die dir Hilfe vermitteln können oder mit den Ämtern vermitteln.
  8. Rhesus-Inkompatibilität(bei vorangegangenen Schwangerschaften) bedeutet, dass es zu einer Unverträglichkeit zwischen mütterlichem und kindlichem Blut kam(siehe Mutterpass Seite 2)
  9. Diabetes mellitus ist die Zuckerkrankheit
  10. Adipositas bedeutet Fettleibigkeit
  11. Kleinwuchs wird markiert, wenn deine Körpergröße unter 1,40m liegt
  12. Skelettanomalien sind z. B. bei einer als Kind durchgemachten Rachitis oder nach schweren Unfällen zu finden. Besonderes Augenmerk wird dabei auf das Becken gelegt.
  13. Schwangere unter 18 Jahren: junge Schwangere können körperlich noch nicht ausgewachsen sein, so z.B. der Hormonhaushalt noch nicht ausgereift, oder das Skelett. In der Realität jedoch haben junge Schwangere meist weniger körperliche Probleme als ältere. Meist begegnen ihnen jedoch Ablehnung und Unverständnis. Soziale Probleme überwiegen, weshalb sie sich immer Hilfe bei sozialen Beratungsstellen holen sollten.
  14. Schwangere über 35 Jahren: die Grenze wurde gesetzt, als man feststellte, dass ab 35 das Risiko von Chromosomenanomalien steigt.
  15. Vielgebärende(mehr als 4 Kinder): wird als Risiko eingestuft, da die Gebärmutter mit jeder Schwangerschaft immer etwas „müder“ werden kann, es kann so zu einer Wehenschwäche unter der Geburt kommen. In der Schwangerschaft können die Kinder in der schlafferen Gebärmutter mehr turnen und sich so in eine für die Geburt ungünstige Lage bewegen(z.B. Beckenendlage, Querlage)
  16. Zustand nach Sterilitätsbehandlung: ist nicht zwingend ein Risiko, sofern nicht hormonelle Ursachen oder z.B. eine Gerinnungsstörungen zugrunde liegen. Meist sind diese Schwangerschaften absolute Wunschschwangerschaften, die Paare sind nach den ganzen Strapazen sehr häufig Technik- und Klinikorientiert, haben große Angst, dass etwas schief gehen könnte.
  17. Zustand nach Frühgeburt(vor Ende der 37. Schwangerschaftswoche): manchmal besteht eine Neigung zu Frühgeburten(selten). Es ist sehr wichtig, die Ursache zu benennen um dies festzustellen.
  18. Zustand nach Mangelgeburt heißt, dass das Baby der entsprechenden Schwangerschaftswoche zu leicht geboren ist. Ursachen können z.B. Durchblutungsstörungen in der Plazenta, Schwangerschaftsvergiftung(Gestose) oder oft Zigarettenkonsum sein.
  19. Zustand nach 2 oder mehr Fehlgeburten/Abbrüchen ist meist ein heikles Thema, besonders bei Abbrüchen, weil es den Frauen sehr unangenehm ist, darüber zu sprechen. Doch steht niemandem ein Urteil darüber zu und sie sollten es zu ihrer eigenen Sicherheit dem Arzt/Hebamme vertraulich mitteilen. Es kann zu starken Blutungen nach der Geburt und zu Plazentaproblemen kommen, denn die Gebärmutter kann nach Ausschabungen vernarbt sein.
  20. Totes/geschädigtes Kind in der Anamnese: ist das der Fall, dann sollten weitere Details darüber besprochen und notiert werden
  21. Komplikationen bei vorausgegangenen Entbindungen: bitte alle Besonderheiten angeben, ggf. den Partner oder anwesende Person fragen
  22. Komplikationen post partum: erfragt werden alle Probleme, die nach der Geburt des Babys auftraten
  23. Zustand nach Sectio: bedeutet, du hast mindestens ein Kind per Kaiserschnitt geboren
  24. Zustand nach anderen Uterusoperationen: der Uterus ist die Gebärmutter. Erfragt werden alle Operationen an dieser, z.B. Myomentfernung(Myomenukleation), Entfernung eines Septums(Trennschicht) in der Gebärmutter oder Konisation(Entfernen von Zellen am Gebärmutterhals)
  25. Rasche Schwangerschaftsfolge(weniger als 1 Jahr): ist meist ungeplant und stellt für die Eltern eine schwierige Situation dar. Noch dazu hat sich der Körper der Frau noch nicht ganz von der vorherigen Schwangerschaft und Geburt erholt, diese Schwangerschaft wird damit oft belastender empfunden. Ein medizinisches Risiko stellt dieser Punkt nur bedingt dar, man sollte die Schwangere jedoch so gut wie möglich betreuen und unterstützen (eventuell eine Kur beantragen).
  26. Andere Besonderheiten: alle Punkte, die oben noch nicht aufgeführt wurden, z.B. eine B-Streptokokkeninfektion in der vorherigen Schwangerschaft oder eine Neigung zu Blasenentzündungen.

Die Einschätzung, ob eine Risikoschwangerschaft besteht, obliegt dem Arzt. Diese Einschätzung kann von der der Hebamme abweichen(eine Kiwiallergie z.B. stellt in der Regel kein Risiko in der Schwangerschaft dar). Bei bestehenden Risikoschwangerschaften muss von der Hebamme immer auch ein Arzt hinzugezogen werden, dies kann die Schwangere ablehnen, sollte dies aber immer auch schriftlich tun. Die hohe Zahl von Risikoschwangerschaften in Deutschland hat eher Abrechnungstechnische Gründe als wirklich objektive. Eine Schwangere mit dem Stempel „Risikoschwangere“ kann sehr verunsichert werden und das Vertrauen in den eigenen Körper verlieren. Als Risikoschwangere kann man schwer einfach nur guter Hoffnung sein.

Ohne Frage sollten „echte“ Risikoschwangerschaften engmaschig überwacht werden, doch auch diese Frauen können zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen durch die Hebamme in Anspruch nehmen.

Unter der Anamnese findet sich ein Kasten Beratung der Schwangeren. Dieser Punkt wird meist in der ärztlichen Praxis vernachlässigt, ist aber enorm wichtig. Hinweise zu allen Punkten gibt es auf meiner Internetseite.

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Hier werden alle Besonderheiten und auffällige Befunde im Schwangerschaftsverlauf aufgeführt.

  1. Behandlungsbedürftige Allgemeinerkrankungen: alle in der Schwangerschaft aufgetretenen Krankheiten, wie z.B. Nierenerkrankungen
  2. Dauermedikation: z.B. Aspirin
  3. Abusus: z.B. Zigaretten- oder Drogenmissbrauch
  4. Besondere psychische Belastung: z.B. bei allein erziehenden Müttern
  5. Besondere soziale Belastung
  6. Blutungen vor der 28.SSW: stammt aus früheren Zeiten, als die 28.Schwangerschaftswoche noch als Grenze der Lebensfähigkeit galt. Heute ist es die 24.SSW. Blutungen können durch vorzeitige Wehen oder Plazentaprobleme entstehen
  7. Blutungen nach der 28.SSW:
  8. Placenta praevia: bedeutet, dass der Mutterkuchen am oder auf dem inneren Muttermund liegt. Meist zieht sich der Mutterkuchen im Laufe der Schwangerschaft wieder etwas nach oben und behindert nicht den Geburtsweg. Der Sitz der Plazenta muss deshalb unbedingt vor dem Geburtstermin kontrolliert werden. Ein Mutterkuchen der auf dem inneren Muttermund sitzt stellt ein Geburtshindernis da und kann bei Nichterkennen unter Wehen zum Verbluten von Mutter und Kind führen.
  9. Mehrlingsschwangerschaft: Zwillinge, Drillinge…
  10. Hydramnion: heißt korrekt Polyhydramnion und gibt eine erhöhte Menge von Fruchtwasser an
  11. Oligohydramnion: bedeutet zuwenig Fruchtwasser
  12. Terminunklarheit: der errechnete Geburtstermin ist nicht sicher, da die Schwangerschaft erst so spät festgestellt wurde. Kommt auch vor, wenn sich die Frau an die letzte Regel nicht erinnert und das Wachstum des Babys nicht mit dem errechneten Termin übereinstimmt
  13. Placenta-Insuffizienz: bedeutet eine Schwäche des Mutterkuchens. Kann zur Wachstumsverlangsamung oder –stillstand bis zum Absterben beim Baby führen
  14. Isthmozervikale Insuffizienz: eine Schwäche des äußeren Muttermundes, der in der Schwangerschaft eine Haltefunktion hat und so vor einer Frühgeburt schützen soll. Bei der Zervixinsuffizienz ist das Bindegewebe so schwach, dass sich der Muttermund auch ohne Wehen öffnen kann.
  15. Vorzeitige Wehentätigkeit: verfrühte Wehen, vor der vollendeten 37. SSW. Kann zu einer Frühgeburt führen
  16. Anämie: ist ein relativer Mangel von roten Blutkörperchen, welche die Sauerstoffträger im Blut sind. Unter einem Hb von 11mg/dl sollte eine Schwangere Eisenpräparate zu sich nehmen, am besten Kräuterblut.
  17. Harnwegsinfektion: Blasenentzündungen können in der Schwangerschaft schneller aufsteigen und zu Nierenerkrankungen führen. Deshalb unbedingt behandeln lassen.
  18. Indirekter Coombstest positiv: bei Unverträglichkeiten zwischen der mütterlichen und kindlichen Blutgruppe(siehe Rhesusinkompatibilität).
  19. Risiko aus anderen serologischen Befunden: z.B. bei positivem Toxoplasmosetest, oder positiven B-Streptokokkentest
  20. Hypertonie(Blutdruck über 140/90): kann ein erster Hinweis auf eine Gestose(Schwangerschaftsvergiftung) sein.
  21. Eiweißausscheidung 1% oder mehr: kann Hinweis auf eine Gestose oder Nierenerkrankung sein.
  22. Mittelgradige-schwere Ödeme: kann ein Hinweis auf eine Gestose sein, wird aber meist nicht mehr herangezogen, da jede Schwangere im Laufe der Schwangerschaft zu Wassereinlagerungen neigt. Beachtenswert sind jedoch plötzlich stark auftretende Ödeme, besonders im Gesicht(Partner fragen), Beinen und Händen.
  23. Hypotonie: Neigung zu einem niedrigen Blutdruck unter 100/60. Ist nicht selten bei Schwangeren, bei Schwindel und Ohnmachten sollte behandelt werden.
  24. Gestationsdiabetes: bedeutet ein Diabetes, der in der Schwangerschaft (nach der 24.SSW) zum ersten Mal festgestellt wurde. Wurde er vor der 24.SSW festgestellt, bestand er schon vorher. Ein Schwangerschaftsdiabetes muss behandelt werden, mit Diät und wenn das nicht reicht außerdem mit Insulinspritzen.
  25. Einstellungsanomalie: bedeutet eine Abweichung vom normalen Verhältnis vom kindlichen Kopf und Becken.
  26. Andere Besonderheiten

Terminbestimmung

Hier wird der errechnete Termin eingetragen, der zu Beginn der Schwangerschaft festgesetzt wurde. Man zieht dazu den ersten Tag der letzen Periode heran und kontrolliert dann das entsprechende Wachstum des Kindes. Dies kann man tut, da alle Kinder bis zur 12.SSW identisch wachsen. Passt die Lände des Babys vom Kopf bis zum Steiß nicht zum vorher errechneten Termin, muss man den Termin ändern, da die Terminbestimmung per Ultraschall die genaueste Methode ist. (weiter Hinweise siehe Wie werde ich natürlich schwanger/Terminbestimmung)

Seite 7 und 8

Auf dieser Doppelseite werden alle Befunde der regelmäßig stattfindenden Vorsorgeuntersuchungen im Gravidogramm notiert.

Oben befinden sich Hinweise zur Erinnerung an wichtige Vorsorgeuntersuchungen. Die Anti-D-Prophylaxe muss nur bei Rhesus negativen Frauen durchgeführt werden.

Bei jeder Vorsorgeuntersuchung wird eingetragen(von links nach rechts):

- Das Datum

- Die aktuelle Schwangerschaftswoche

- Falls der errechnete Termin korrigiert wurde, wird die Schwangerschaftswoche demnach verändert

- Der Fundusstand wird getastet und bezieht sich auf den höchsten Punkt der Gebärmutter(quasi das Dach der Gebärmutter). Ab der 12.SSW ist der Fundus über dem Schambein zu tasten und steigt dann bis zur 24.SSW bis zum Bauchnabel, ist in der 36.SSW am Rippenbogen und geht dann wieder etwas tiefer, da das Baby mit dem Kopf tiefer ins mütterliche Becken vordringt. Steht der Fundus höher als normal, kann es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft oder um ein besonders großes Kind handeln, steht der Fundus zu tief, kann es eine zu kleines Kind sein. Oder der errechnete Termin ist falsch.

Der Symphysen-Fundus-Abstand wird meist nur von der Hebamme erfasst. Es ist der Abstand zwischen dem Schambein und dem Dach der Gebärmutter und wird ebenfalls herangezogen um das regelrechte Wachstum des Kindes zu Kontrollieren.

- Die Kindslage ist die Lage, die das Baby in der Gebärmutter einnimmt. Sie wird anfangs per Ultraschall bestimmt, später kann sie getastet werden. Wichtig wird die Kindslage am Ende der Schwangerschaft. Geburtsmögliche Lagen sind die Schädellage(Kopf nach unten) und die Beckenendlage(Po nach unten).

- Das Vorhandensein von Herztönen wird in der Frühschwangerschaft meist per Ultraschall kontrolliert. Ab der 9.SSW ist das mit dieser Methode immer möglich. Herztöne können aber auch ab der 12.SSW mit einem Dopton, ab ca. der 18.-20.SSW mit einem Hörrohr festgestellt werden. Ab der 24.SSW kann ein CTG(kindliche Herztöne und Wehen werden gleichzeitig mit einer Maschine aufgezeichnet) geschrieben werden.

- Kindsbewegungen werden, bis sie die Mutter spüren kann(18.-22.SSW), per Ultraschall kontrolliert.

- Ödeme sind Wassereinlagerungen an den Beinen Händen und im Gesicht. Bei plötzlich auftretenden Ödemen sollte man den Blutdruck kontrollieren lassen, weil sie ein Hinweis auf eine Gestose(Schwangerschaftsvergiftung) sein können.

-Varikosis sind Krampfadern an den Beinen und/oder an den Schamlippen. Bei Krampfadern

an den Beinen solltest du dir Stützstrümpfe verschreiben lassen. Bei starken Krampfadern muss manchmal Heparin gespritzt werden, da die Gefahr einer Thrombose erhöht ist. An den Schamlippen muss man besonders bei der Geburt darauf achten, dass es an dieser Stelle nicht zu Geburtsverletzungen kommt, da diese verdickten Venen stark bluten können.

- Eine Gewichtskontrolle erfolgt bei jeder Vorsorge, eine durchschnittliche Gewichtszunahme in der Schwangerschaft liegt bei 11kg( siehe wie verändere ich mich). Sie liegt meist bei 5-20kg.

- RR ist der Blutdruck

- Hb ist die relative Menge der roten Blutkörperchen im Blut. Wird nicht jedes Mal bestimmt. Bei niedrigem Hb jedoch öfter. Unter einem Wert von 11mg/dl sollte eine Eisentherapie begonnen werden.

- Danach folgt die Untersuchung des Urins. Es wird auf Eiweiß(Hinweis auf eine Gestose oder Nierenerkrankung), Zucker(Hinweis auf Diabetes), Nitrit(Hinweis auf eine Harnwegsinfektion) und Blut(Hinweis auf eine Harnwegsinfektion)

- Eine vaginale Untersuchung sollte nicht bei jeder Vorsorgeuntersuchung stattfinden. Man hat festgestellt, dass häufiges vaginales Untersuchen die Rate der vorzeigen Blasensprünge erhöht. Eine vaginale Untersuchung sollte erfolgen, wenn die Schwangere häufig ein Hartwerden de Bauches oder ein Ziehen im Unterleib oder Blutungen bemerkt. Das können Hinweise auf vorzeitige Wehen sein. Diese können den Muttermund verkürzen oder gar öffnen. Dies kann man bei der vaginalen Untersuchung tasten. Genauer jedoch ist es, die Länge des Muttermundes(Zervix) per Ultraschall auszumessen. Eine normale Zervix in der Schwangerschaft beträgt 35-45mm.

Es sollte allerdings bei jeder Vorsorgeuntersuchung der vaginale pH-Wert mittels eines Teststreifens gemessen werden. Ein saurer pH-Wert ist optimal, ein basischer dagegen kann auf eine vaginale Infektion hinweisen, die einen vorzeitigen Blasensprung verursachen kann. Die Rate der Frühgeburten ist erhöht.

- Im roten Feld werden Risiken eingetragen, die im Verlauf der Schwangerschaft festgestellt werden.

- Im letzten Feld werden besondere Befunde oder Therapien eingetragen.

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Auf dieser Seite werden oben alle Besonderheiten und Befunde eingetragen. Falls die Schwangere in die Klinik muss, wird dies im mittleren Kästchen eingetragen. Im unteren Kasten werden alle CTG-Befunde geschrieben. Meist wird das erste CTG um die 28.SSW herum geschrieben, bei Verdacht auf vorzeitige Wehen jedoch schon früher.

Seite 10 und 11

Auf diesen beiden Seiten werden die drei Ultraschalluntersuchungen dokumentiert, die laut Mutterschaftsrichtlinien vorgesehen sind. Der erste Ultraschall findet zwischen der 9. und 12.SSW statt. Es wird geschaut, ob sich das Baby regelrecht in der Gebärmutter entwickelt(intrauteriner Sitz) oder ob es sich z.B. um eine Eileiterschwangerschaft handelt. Ab der 9.SSW kann man sehen, ob das kleine Herz schlägt(Herzaktion), ob es sich vielleicht um Mehrlinge(Zwillinge, Drillinge..) handelt und ob er Embryo der Woche entsprechend wächst.

FS bezieht sich auf die Größe der Fruchthöhle.

SSL (Scheitel-Steiß-Länge) ist die Länge deines Babys, vom Kopf bis zum Po gemessen. Man misst nur bis zum Steiß, da die kleinen Beinchen so an den Körper angezogen sind, dass man diese nicht messen kann.

BPD (Biparietaler Durchmesser) bezeichnet den Durchmesser des Kopfes von rechts nach links gemessen.

Die zweite Ultraschalluntersuchung findet in der 19.-22.Schwangerschaftswoche statt. Diesmal passt dein Baby nicht mehr als Ganzes auf den Bildschirm. Man muss jedes Körperteil nach und nach betrachten. Beim zweiten Ultraschallscreening wird besonderes Augenmaß auf die normale Entwicklung des Babys gelegt. Man wird nach Auffälligkeiten schauen und dein Baby wird ausgemessen. Das Gewicht deines Kindes kann man jetzt auch schon errechnen- es errechnet sich immer aus mindestens drei Werten: Dem Kopfdurchmesser, dem Bauchdurchmesser und der Länge des Oberschenkelknochens. Außerdem wird man nach der Menge des Fruchtwassers schauen und beurteilen, ob diese normal ist. Man schaut, wo sich der Mutterkuchen(die Plazenta) befindet und wie sie aussieht.

BPD (Biparietaler Durchmesser) bezeichnet den Durchmesser des Kopfes von rechts nach links gemessen.

FOD/KU (Fronto-okzipitaler Durchmesser/Kopfumfang) ist der Kopfdurchmesser, von vorn nach hinten. Der Kopfumfang wird aus dem FOD und dem BPD errechnet.

ATD (Abdominaler Transversaldurchmesser) ist der Durchmesser des Bauches oberhalb des Magens von außen nach außen gemessen.

APD/AU (Anterior- posteriorer Durchmesser/Abdomenumfang) gibt den Durchmesser des kindlichen Bauches von vorn nach hinten an. Der Bauchumfang(AU) wird aus dem APD und dem ATD errechnet.

FL/HL (Femurlänge/Humeruslänge) ist einmal die Länge des Oberschenkelknochens(Femur) und außerdem die Länge des Oberarmknochens(Humerus).

Beim dritten Screening zwischen der 29. Und 32.SSW wird das Baby noch mal ausgemessen und beurteilt, ob es zeitgerecht wächst. Außerdem ist die Kindslage interessant, da sich bei Erstschwangeren das Baby meist schon in die Schädellage gedreht hat. Die Menge des Fruchtwassers kann ein Hinweis auf die Versorgung des Kindes sein und wird dazu ebenfalls beurteilt.

Seite 12

Hier können zusätzliche Ultraschallbefunde eingetragen werden. Meist liegen diese jedoch als schriftlicher Befund dem Mutterpass bei, weshalb auf dieser Seite selten Eintragungen zu finden sind. Außerdem schallen viele Frauenärzte mehr als drei Mal, tragen die Befunde aber nicht immer auch in den Mutterpass ein. Achtet deshalb auf Vollständigkeit eurer Befunde.

Seite 13

Auf Seite 13 werden die bei den Ultraschalluntersuchungen erhobenen Messwerte eingetragen und mit dem normalen Wachstum verglichen. Normkurven werden auch als Perzentilen bezeichnet. Es gibt immer eine obere Grenze, einen mittleren und einen unteren Wert. Alle Werte, die innerhalb dieser Grenzen liegen sind völlig normal und spiegeln das unterschiedliche Wachstum der Babys wieder.

Seite 14

Hier können ebenfall Ultraschallbefunde eingetragen werden, wobei das obere Feld für Kontrollen bei auffälligen(pathologischen) Befunden gedacht ist. Meist wird auch hier nicht dokumentiert, sondern ein schriftlicher Befund gereicht.

Im unteren Feld sollen alle Doppleruntersuchungen vermerkt werden. Eine Doppleruntersuchung ist eine Ultraschalluntersuchung, bei der man die Durchblutung in bestimmten Gefäßen des Babys messen kann und so Rückschlüsse auf seine Versorgung ziehen kann. Eine Doppleruntersuchung ist eine zusätzliche Untersuchung, die gemacht wird, wenn es einen Verdacht gibt, dass das Baby unterversorgt ist, weil es zu klein ist für sein Alter oder nur wenig Fruchtwasser hat. Sie kann ebenfalls gemacht werden, wenn es einen Verdacht auf eine Anämie(Relativer Mangel an roten Blutkörperchen) gibt.

Das besondere bei der Doppleruntersuchung ist, dass man immer ein rhythmisches, dem Herzschlag des Babys entsprechendes, Zischen und Rauschen hören kann. Die Blutgefäße werden außerdem farbig dargestellt.

Seite 15 und 16

Auf Seite 15 werden der Verlauf der Geburt und das Wochenbett dokumentiert. Auf der 16.Seite werden die Befunde, die bei der ersten Untersuchung nach der Geburt dokumentiert. Die Untersuchung sollte 6-8 Wochen nach der Geburt stattfinden.

Seite 17-32

Hier ist Platz für eine weitere Schwangerschaft.

Hinweis: Die Informationen auf der gesamten Website dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung angesehen werden. Der Inhalt von deine-schwangerschaft.de kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
Wichtige informationen – Nutzungsbedingungen >>

www.Deine-Schwangerschaft.de informiert über die Vorsorgeuntersuchung und der Mutterpass

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