Zeitpunkt der Beikosteinführung


Woran erkennt man den idealen Zeitpunkt, um mit der Beikost zu beginnen?

  • Das Baby ist in der Lage, mit etwas Unterstützung aufrecht zu Sitzen
  • Das Baby zeigt Interesse an der Familienkost
  • Der Zungenstreckreflex, durch den das Baby feste Nahrung automatisch wieder aus dem Mund herausschiebt ist nicht mehr vorhanden
  • Das Baby zeigt Bereitschaft zum Kauen
  • Es kann selbständig Nahrung aufnehmen und in den Mund stecken
  • Es zeigt ein gesteigertes Stillbedürfnis, welches nicht mit einer Erkrankung, Zahnen etc. in Verbindung gebracht werden kann
  • Es kann seine Sättigung durch Verweigerung des Essens anzeigen

Muttermilch bleibt im ganzen ersten Lebensjahr – und oft auch darüber hinaus – das wichtigste Nahrungsmittel für ein Baby. Feste Nahrung ergänzt die Muttermilch, ersetzt sie aber nicht. Die WHO empfiehlt mindestens bis zum zweiten Geburtstag des Kindes neben adäquater Beikost zu stillen und darüber hinaus, solange Mutter und Kind es wünschen. Ein Kind, welches nicht gestillt wird, braucht bis zu seinem ersten Geburtstag industriell hergestellte Milchnahrung. Reguläre Vollmilch darf wegen des hohen Eiweissgehalts nur in beschränkter Menge (bis max. 200 ml pro Tag) z.B. als Milchbrei gegeben werden.

Allgemeine Empfehlungen

  • Mit Vollendung des vierten Lebensmonats oder kurz darauf sollte dem Baby Beikost angeboten werden (um ein Allergierisiko zu senken,  wird  das Zeitfenster zwischen 5.-7.Monat empfohlen, um mit der Beikost zu beginnen)
  • Eine Zufütterung vor Vollendung des 4.Lebensmonats kann das Auftreten von Neurodermitis begünstigen
  • Monat für Monat wird eine “Milch”-Mahlzeit durch einen Brei ersetzt
  • Neue Lebensmittel sind einzeln im Abstand von einigen Tagen einzuführen um eventuelle Unverträglichkeiten zu erkennen( siehe unten)
  • Abwechslung bei der Auswahl der einzelnen Breikomponenten ist erwünscht
  • Potentielle Nahrungsmittelallergene wie Weizen, Kuhmilch und Fisch sollen nicht gemieden werden um eine Toleranzentwicklung des   Immunsystems zu fördern
  • Spätestens im 6.Monat sollte das Kind den Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei erhalten
  • Ab dem ersten Geburtstag kommen noch ein bis zwei Zwischenmahlzeiten hinzu.
  • Zusätzlich wird weiterhin nach Bedarf gestillt.
  • Die Eltern machen das gesunde Angebot. Das Baby bestimmt, wieviel es davon isst
  • Das Kind wird weiterhin nach Bedarf gestillt.

Die Unverträglichkeit eines neuen Nahrungsmittels erkennen wir an der Verdauung (Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Krämpfe), an der Haut (Ausschläge, rote, raue, juckende, pickelige Stellen), an der Atmung (Anschwellen der Nasenschleimhäute, Fließschnupfen, Hüsteln, Bronchitis) oder auch am ZNS (Unruhe, Schlaflosigkeit, Mattigkeit).

  • Fleisch ist ein ausgezeichneter Eisen- und Zinklieferant, sowie eine gute Quelle von Vitamin B12 und natürlichem Protein. Wünschen Eltern  eine fleischlose Ernährung, sollten eisenreiche Gemüse und Vollkorngetreideflocken ausgewählt und zusammen mit Vitamin-C-reichen Obstsorten angeboten werden.
  • Nahrungsmittel sollten möglichst aus ökologischem Anbau sein. Besonders Ausgereifte, heimische Produkte, die selbst zubereitet werden, sind vorzuziehen. „Gläschenkost“ wird aus Haltbarkeitsgründen stark gekocht und dann mit Vitaminen angereichert. Sie erhält oft unerwünschte Zutaten (Etiketten lesen!).
  • Frisch zubereitete Breie sofort verzehren, kühl stellen oder portionsweise tiefkühlen (z.B. in Eiswürfelformen).
  • Breie für Babys sollten weder gesalzen noch gezuckert werden.
  • Essen lernen ist ein sehr wichtiger Prozess im Leben eines Menschen. Gute Voraussetzungen sind eine entspannte Atmosphäre am  Familientisch, die Lust am Essen, das Vorbild der Eltern, keine Störungsfelder (z.B. Fernseher) und die Anwesenheit einer Bezugsperson.
  • Ein vielfältiges Nahrungsangebot und eine gute Esskultur in der Familie unterstützen das Essverhalten des Babys optimal. Wie viel das Baby von welchem Nahrungsmittel isst, kann ihm selbst überlassen werden.

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