Der dritte Monat/ ca. 9.-13. Schwangerschaftswoche (SSW)


Dritter Monat

Der dritte Monat/ca. 9.-13.Schwangerschaftswoche

Das erste Trimester der Schwangerschaft ist fast geschafft. Die typischen Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit und Müdigkeit werden dich noch immer belasten. Sie sind vielleicht sogar noch etwas schlimmer geworden. Du bist immer noch in der Zeit der Anpassung. Die Beschwerden lassen jedoch ab der 12.SSW langsam nach und du wirst dich in deiner neuen Rolle immer besser fühlen. Die Zeit des Wohlbefindens schließt sich an. Bei manchen Frauen bleibt die ständige Übelkeit weiter bestehen und sie können sich noch so gar nicht recht in ihrer neuen Rolle als „werdende Mutter“ anfreunden. Und einige Frauen sind mit so starker Übelkeit und Erbrechen geplagt, dass sie fast keine Nahrung mehr bei sich behalten können und deutlich an Gewicht abnehmen(Hyperemesis gravidarum). In diesem Fall solltest du deinen Arzt kontaktieren oder dich direkt in ein Krankenhaus begeben. Dort wirst du Infusionen und Medikamente gegen Übelkeit bekommen. Oft wird auch psychologische Hilfe angeboten, da manchmal nicht nur die hormonelle Umstellung die Ursache ist, sondern auch z.B. ein innerer Konflikt mit der Schwangerschaft oder Probleme mit dem Partner. Wenn du in den ersten Wochen der Schwangerschaft auch Gewicht verloren hast, brauchst du dir erstmal keine Sorgen um dein Baby machen. Es nimmt sich alles über die Nabelschnur, was es braucht.

Beim monatlichen Vorsorgetermin wird wieder Blutdruck gemessen, dein Gewicht bestimmt, dein Urin getestet, eventuell der Hämoglobinwert(Hb- Menge der roten Blutkörperchen) im Blut bestimmt, die Höhe und Größe der Gebärmutter getastet, eventuell der vaginale pH-Wert bestimmt und der Muttermund abgetastet. Zwischen der 9. und 12.SSW wird der erste reguläre Ultraschall durchgeführt. Der Arzt wird dein Kind ausmessen und kann dadurch kontrollieren, ob die errechnete Schwangerschaftswoche mit der tatsächlichen Zeit auch übereinstimmt, da alle Babys in den ersten Wochen der Schwangerschaft gleich wachsen. Stimmt die Länge deines Babys nicht mit dem bisher errechneten Termin nicht überein, kann er korrigiert werden und sollte auch.

Der Arzt wird beim Ultraschall kontrollieren, ob das Baby in der Gebärmutter (und nicht z.B. im Eileiter), wird schauen, wo der Mutterkuchen sitzt und wie er aussieht. Per Ultraschall oder Dopton wird der kindliche Herzschlag kontrolliert werden. Ein Dopton ist ein kleines Hand-Ultraschallgerät mit dem die kindlichen Herztöne auch für dich hörbar gemacht werden können( ein Dopton hat einen Lautsprecher).Es ist sehr faszinierend, die Herzschläge seines Babys das erste Mal zu hören. Meist arbeiten die Hebammen mit einem Dopton.

Viele Ärzte überweisen ihre Schwangeren nun zum ersten Mal zu einem speziell in Ultraschalldiagnostik ausgebildeten Frauenarzt (oder machen es selber) zur „Nackenfaltenmessung“ oder „Nackentransparenz“. Bei dieser Untersuchung wird die Dicke der Hautfalte im Nacken per Ultraschall gemessen. Anhand dieses Wertes kann man das Risiko für eine Behinderung des Babys z.B. für eine Trisomie 21 ausrechnen.

Was du vielleicht fühlst/ Was sich verändert

  • Weiter Müdigkeit und Erschöpfung
  • Häufiges Wasserlassen
  • Verstopfung, Verdauungsstörungen, Blähungen, Sodbrennen
  • Gelüste und Aversionen gegen Lebensmittel/Gerüche
  • Noch immer Übelkeit und Erbrechen, der Appetit nimmt aber schon wieder zu
  • Brustveränderungen
  • Vereinzelt Kopfschmerzen
  • Der Scheidenausfluss nimmt zu
  • Vereinzelt länger andauerndes Ziehen in der Leistengegend oder im Unterbauch (wenn die Gebärmutter wächst und sich aufrichtet, kommt es zu Zug auf die die Gebärmutter haltenden Mutterbänder); sollte das Ziehen periodisch kommen und stärker werden, gehe bitte zum Arzt oder ins Krankenhaus, das könnten Wehen sein
  • Dein Gesicht wird langsam rundlicher
  • Deine Haut kann trockener werden und jucken

Ein Blick nach innen

Deine Gebärmutter ist schon so groß, dass man sie jetzt auch schon über den Bauch tasten kann. Sie steht schon etwas über dem Schambein und kann deinen Bauch schon leicht vorwölben. Das kann man besonders gut bei schlanken Frauen gut beobachten.

In der 9.Woche ist ihr Baby 22mm lang. Das Gesicht nimmt weiter Gestalt an und der Hals entsteht und trennt den noch großen Kopf vom restlichen Körper. Das Kleine reagiert schon auf Berührungen, es kann sich drehen und schlägt Purzelbäume.

Mit 10 Wochen ist ihr Baby schon 3 bis 3,5cm lang und schon als winziger Mensch zu erkennen. Es formen sich nun die Ohren und die Finger trennen sich auseinander. Die Augen sind weit geöffnet. Man kann schon das kleine Herz schlagen hören.

In der 11.Woche form sich weiter das kleine Gesicht- Augen, Nase und Mund entwickeln sich weiter. Die Augen werden von Augenlidern bis zum 6. Monat verschlossen. Man kann per Ultraschall schon das Geschlecht des Kindes erkennen.

Nach 12 Wochen ist das Baby gänseigroß und 90mm lang. Man erkennt Finger und Augenbrauen. Das Baby kann jetzt auch schon mit den Füßen stoßen, Hände und Finger bewegen, den Kopf drehen und den Mund zum Fruchtwasser schlucken öffnen. Das Baby bewegt sich schon lebhaft, es ist aber noch so winzig, dass die Mutter seine Bewegungen noch nicht spüren kann. Während die werdende Mutter meist noch mit „ Umstellungsproblemen“ wie Übelkeit zu kämpfen hat und man von außen noch gar nicht sieht, ist das Baby schon als kleiner Mensch zu erkennen und hat schon alles, was es braucht. Die Organe sind angelegt, es muss eigentlich nur noch wachsen und die Funktionen seiner Körperteile vervollständigen und einüben.

Das Kind bekommt ab jetzt auch einen neuen Namen, bis zur 12. Schwangerschaftswoche wurde das Baby noch Embryo genannt, von jetzt an heißt es Fetus.

Das rasante Wachstum des Kindes jedoch nimmt weiter zu.

Im 4. Monat ist der Mutterkuchen (Plazenta), das Versorgungssystem für das Kind, nun voll funktionsfähig und übernimmt viele Aufgaben, die die kindlichen Organe noch nicht erfüllen können. Sie versorgt das Baby mit Sauerstoff und allen Nährstoffen, die es braucht. Entsorgt aber auch die entstandenen Abfallprodukte. Der Transport erfolgt über die Blutbahn, jedoch vermischen sich mütterliches und kindliches Blut niemals. Der Stofftransport erfolgt über eine dünne Hautmembran im Mutterkuchen, diese lässt nur sehr feine Stoffe passieren, große weist sie ab. Es können so aber auch z.B. bestimmte Medikamente und auch Viren die Plazentaschranke passieren und zum Kind gelangen. Bakterien, die eher groß sind, werden jedoch abgehalten. Der Mutterkuchen bildet außerdem Schwangerschaftsschützende Hormone.

Der Mutterkuchen wiegt zum Ende der Schwangerschaft zusammen mit denen das Kind umgebenen Eihäuten 500-600g, ist etwa 2-4cm dick und hat einen Durchmesser von 16-20cm.

Das Baby ist mit dem Mutterkuchen durch die Nabelschnur verbunden. Sie ist gegen Ende der Schwangerschaft durchschnittlich 50-60cm lang und ca. 1,5-2cm dick. In der Nabelschnur befinden sich 3 Blutgefäße, eine dicke Vene, die das Sauerstoff- und Nährstoffreiche Blut von der Plazenta zum Kind transportiert. Zwei Arterien, die im Vergleich dünner sind, bringen das „verbrauchte“ Blut wieder zurück zum Mutterkuchen, wo dann die Abfallstoffe dem mütterlichen Kreißlauf zugeführt und abgebaut werden. Die drei Nabelschnurgefäße werden durch eine dicke Sulze geschützt. Ein Abdrücken oder Abknicken der Gefäße wird so verhindert.

Mit Beginn der 13.Schwangerschaftswoche hat man auch schon 1/3 der Schwangerschaft geschafft! Das Baby wiegt ungefähr 70 Gramm und ist schon 10cm groß. Alle Organe und Körpersysteme sind schon ausgebildet, müssen aber noch verfeinert werden. Und das Baby trainiert schon für das Leben außerhalb des Mutterleibes.

 

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