Der erste Monat/ ca.1.-4. Schwangerschaftswoche (SSW)

Der erste Monat/ca. 1-4  Schwangerschaftswoche (SSW)


Eine spannende und einmalige Zeit liegt vor dir. Es wird faszinierend für dich sein, wie sich dein Körper verändert und ein Baby in dir wächst. Aber noch scheint alles so unwirklich zu sein.

Man sieht es dir vielleicht nicht an, aber in deinem Körper passiert schon ganz viel. Abgesehen von eventueller Übelkeit, Müdigkeit oder schmerzenden Brüste sieht man noch gar nichts. Aber schau die ruhig noch mal in Ruhe deinen Körper, besonders deine Taille, deinen Bauch und die Brüste an, denn schon bald werden sie sichtbar rundlicher werden.

Die ersten Wochen sind von seelischen Auf´s und Ab´s geprägt und meist versteht einen die Umwelt nicht, da man das Geheimnis meist noch nicht verraten will.

Womöglich steht jetzt der erste, meist aufregendste Frauenarztbesuch in dieser Schwangerschaft an. Womöglich wird dich dein Partner das erste Mal begleiten. Der Frauenarzt wird mit Hilfe eines (vaginalen) Ultraschalls und/oder durch einen Urintest die Schwangerschaft feststellen. Man kann bereits eine kleine Fruchthöhle und einen ca. 2mm großen Dottersack erkennen. Der Dottersack ist das kindliche Gewebe. Wenn man ihn sehen kann, dann liegt keine Eileiterschwangerschaft vor, sondern das Kind wächst, so wie es sein soll, in der Gebärmutter.

Man kann eine Schwangerschaft jedoch auch durch eine Tastuntersuchung feststellen, die auch eine Hebamme durchführen kann.

Wenn eine Schwangerschaft festgestellt wurde, wird anhand der letzten Regelblutung und der Ultraschallwerte der (vermutliche) Entbindungstermin berechnet. Dieser ist genauer, je früher der Ultraschall gemacht wird (sollte bis zur 12.Schwangerschaftswoche erfolgen). Eine spätere Korrektur sollte nicht gemacht werden, da man eine eventuelle Wachstumsstörung nicht mehr erkennen kann.

Den begehrten Mutterpass wird der Frauenarzt oder die Hebamme meist noch nicht in diesem frühen Stadium der Schwangerschaft ausstellen. Es wird dir meist jedoch schon Blut abgenommen. Aus dem entnommenen Blut wird deine Blutgruppe bestimmt, es erfolgt ein Antikörper- Suchtest, es wird der Röteln-Schutz bestimmt und man schaut, ob eine Syphilis-Erkrankung (Geschlechtskrankheit) vorliegt. Alle Befunde werden dann beim nächsten Frauenarztbesuch in den Mutterpass, den du dann bekommen wirst, geklebt. Es wird noch ein Abstrich auf Clamydien (Bakterien) in der Scheide und eventuell ein PAP-Abstrich (Krebsvorsorge) durchgeführt.

Der Frauenarzt wird außerdem eine ausführliche Anamnese von dir erheben. Er wird dich nach allen medizinischen Besonderheiten, eventuellen chronischen Krankheiten, früheren Schwangerschaften und Geburten und auch Krankheiten in deiner Familie befragen. So kann man schon eine Aussage über eine eventuelle Risikoschwangerschaft treffen. Dies ist z.B. bei Diabetikerinnen der Fall, oder bei einer Zwillingsschwangerschaft. Risikoschwangerschaften werden, wenn als solche erkannt, häufiger und intensiver überwacht.

Bei jedem Vorsorgetermin in der Schwangerschaft wird außerdem dein Gewicht ermittelt, dein Blutdruck gemessen und dein Urin auf Eiweiß, Zucker und Infektionszeichen getestet.

Du solltest dir schon zu Beginn der Schwangerschwangerschaft Gedanken darüber machen, wo und wie du deine Vorsorgetermine wahrnimmst. Bis zur 32.SSW werden die Vorsorgetermine alle 4 Wochen sein, es sei denn es liegt eine Risikoschwangerschaft vor. Ab der 32.SSW wirst du alle 2 Wochen vorstellig werden. Eine normale Schwangerenvorsorge kann von einem Frauenarzt oder von einer Hebamme durchgeführt werden. Eine Hebamme wird jedoch keinen Ultraschall machen. Man kann also wählen- nur Frauenarzt, nur Hebamme oder im Wechsel. Die Kosten übernimmt jeweils die Krankenkasse. Man sollte also, wenn gewünscht, sich so früh wie möglich eine Hebamme suchen.

Was du vielleicht fühlst/ Was sich verändert

  • Deine Periode ist ausgeblieben
  • Ev. hattest du eine leichte Schmierblutung zu dem Zeitpunkt, an dem die Periode hätte kommen sollen oder etwas später ( Einnistungsblutung)
  • Müdigkeit
  • Häufiges Wasserlassen
  • Übelkeit, mit oder ohne Erbrechen
  • Stärkerer Speichelfluss
  • Sodbrennen, Verdauungsstörungen, das Gefühl, aufgebläht zu sein
  • Abneigung gegen bestimmte Speisen oder Gerüche, Gelüste auf bestimmte Speisen
  • Veränderungen an den Brüsten, wie eine höhere Empfindlichkeit der Brustwarzen, Größenzunahme, Dunkelfärbung der Warzenvorhöfe, vermehrtes Durchschimmern der Blutgefäße
  • Im Gesicht können braune Flecken entstehen
  • Psychisch fühlst du dich eventuell wie kurz vor der Menstruation, oder bist leicht reizbar, hast Stimmungsschwankungen
  • Starke Freude, oder machst dir Sorgen, hast Angst- oder alles zusammen

Jede Frau ist anders. Vielleicht bemerkst du bei dir fast alle hier aufgelisteten „Symptome“, vielleicht auch kein einziges. Lass es einfach auf dich zukommen und genieße die schöne Zeit der Schwangerschaft. Vielleicht wirst du eine Traumschwangerschaft mit nur kleinen Zipperlein erleben, vielleicht hast du auch alle Beschwerden, die man irgendwie haben kann. Der allerwichtigste Ratschlag ist jedoch, so weit wie möglich zu entspannen und die Zeit bewusst zu erleben. Die Zeit bis zur Geburt scheint noch so unendlich lang, sie wird aber rasend schnell vergehen und dann hält man endlich das kleine Bündel Glück in den Armen und man weiß, wofür man es getan hat.

Ein Blick nach innen

Dein Baby ist ungefähr so groß wie ein Reiskorn.

Von außen ist scheinbar noch gar nichts zu erkennen, eventuell sind die Brüste etwas voller und der Bauch etwas rundlicher- niemand außer dir hat es bemerkt.

Das Wunder des Lebens beginnt mit der Befruchtung. Die Spermien wandern durch den Gebärmutterhals durch die Gebärmutter hindurch bis zu einem Eileiter. Die weibliche Eizelle ist nur wenige Stunden befruchtungsfähig, die Samenfäden sind es etwa 3 Tage lang. Eine Befruchtung ist also am wahrscheinlichsten, wenn die Samenzellen auf eine befruchtungsfähige Eizelle warten. Die Spermien bleiben an der Eizelle haften und beginnen, durch die die Eizelle umhüllenden Schichten zu dringen. Dies gelingt ihnen mit Hilfe von Enzymen, die die Schutzschicht auflösen können. Erreicht ein Spermium die Eizelle und schlüpft in sie hinein, so verhärtet sich die Schutzschicht der Eizelle wieder, so dass keine weiteren Spermien in sie eindringen können. Der Kopf des Spermiums löst sich vom Schwanzteil und es kommt zur Verschmelzung des genetischen Materials von Ei- und Samenzelle. Nach etwa 12 Stunden kommt es zur ersten Teilung, weitere folgen in kürzeren Abständen. Während des Vorgangs wandert die entstandene Zygote durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter. Sie besteht aus 32-64 Zellen, wenn sie etwa am 4. Tag nach der Befruchtung die Gebärmutterhöhle erreicht. Anfangs liegen die Zellen noch sehr nah beieinander, doch schon zu dem Zeitpunkt, wo der Keim die Gebärmutterhöhle erreicht, kann man schon eine beginnende Differenzierung der innen und außen gelegenen Zellen erkennen. Aus den äußeren Zellen wird der Mutterkuchen( der das Kind ernährt) entstehen, aus den inneren Zellen entsteht das Kind. Etwa zwei Tage „schwimmt“ der Keim frei in der Gebärmutter und wächst weiter, bis die den Keim umgebene Schutzschicht sich auflöst. So kann nun der Keim am 6. Tag erstmalig direkten Kontakt zur Gebärmutterschleimhaut aufnehmen, dies geschieht meist im hinteren oberen Teil der Gebärmutter. Es kommt zur Anheftung und zum vollständigen Eindringen in die Gebärmutterschleimhaut. Dies führt zu einer Verletzung der Gebärmutterschleimhaut, es kann eventuell zu einer leichten vaginalen Blutung (am 23. Tag nach Beginn der letzen Periodenblutung) kommen, die man nicht mit der Periodenblutung verwechseln sollte.

Die anfangs beschriebenen äußeren Zellen verbinden sich mit den mütterlichen Blutgefäßen und es beginnt die Entwicklung des Mutterkuchens( Plazenta).

Etwa am 7. Tag differenzieren sich die inneren Zellen(aus denen das Kind entsteht) weiter. Es entwickelt sich am 10. Tag das so genannte Embryonalschild in einen Kopf- und Schwanzhöcker weiter. Es beginnt die 12 Wochen dauernde Organbildung. Nach 3Wochen ist das Ei etwa so groß wie eine Weintraube, es sind aber noch keine menschlichen Züge zu erkennen. Nach 4 Wochen ist das Ei etwa taubeneigroß und es ist ein ca.5mm langer, stark gekrümmter Embryo zu erkennen. Es entwickelt sich das Rückenmark, das Gehirn, der Kopf, Blutzellen und Adern. Das noch winzige Herz beginnt zu schlagen.

Tipps/ wichtige Empfehlungen

Alles ist anders, aber du brauchst deshalb nicht komplett dein Leben umzustellen. Wichtig ist allerdings, dass du keinen Alkohol mehr trinkst, natürlich sollten Drogen auch tabu sein. Es kommt nicht selten vor, dass Frauen zu Beginn ihrer Schwangerschaft Alkohol konsumieren, da sie noch nicht wissen, dass sie schwanger sind. Mach dir deshalb keine Sorgen. Wäre das Kind dadurch geschädigt worden, wäre es zu einer (meist unbemerkten) Fehlgeburt gekommen. In den weiteren Wochen jedoch kann dein Kind durch Alkoholkonsum geschädigt werden, besonders in den ersten 12 Wochen in denen die Organentwicklung stattfindet.

Verzichten solltest du weiterhin auf rohes Fleisch und Wurst (z.B. Mett, Salami, roher Schinken, Pasteten, Leberwurst..), Fisch (Sushi) und Muscheln. Vorsichtig auch bei schon vorproduziertem Salaten (gewaschen und geschnitten) und Sprossen und leichtverderblichen Lebensmitteln (rohe oder nicht durchgegarte Eier, Feinkostsalate, Mayonnaise, Eis im Sommer..). Bitte verzichte auch auf Rohmilchprodukte (Rohmilchkäse, unpasteurisierte Milch), Weichkäse (wie Brie, Camembert, Roquefort..) und Frischkäse ( Feta, Ricotta). Warum all diese Verbote? In den aufgezählten Lebensmitteln können Erreger sein, die in der Schwangerschaft besonders gefürchtete Krankheiten wie Toxoplasmose oder Listeriose auslösen können. Beim gesunden Menschen kommt es meist nur zu eine leichten grippeähnlichen Erkrankung, in der Schwangerschaft jedoch können diese Erreger das Ungeborene schädigen oder in der Frühschwangerschaft zu einer Fehlgeburt führen. Der Toxoplasmoseerreger wird außerdem von Katzen und deren Kot übertragen. Also das Katzenklo reinigt nur noch der Partner und bei der Gartenarbeit solltest du Handschuhe tragen. Allerdings ist ein großer Teil der Bevölkerung immun gegen eine Toxoplasmose, da, meist unbemerkt, eine Infektion irgendwann durchgemacht wurde. Ob du einen Schutz gegen diese Krankheit hast, kann deine Frauenärztin durch eine Blutabnahme klären.

Jetzt keine Verbote mehr, sondern nur noch wohlgemeinte Ratschläge: ernähre dich gesund und abwechslungsreich und genieße frische Kost. Du solltest eher kleine Mahlzeiten zu dir nehmen und keine Mahlzeit auslassen. Viel Trinken ist wirklich wichtig, da dein Körper mehr Flüssigkeit benötigt um deine Blutmenge zu erhöhen, Fruchtwasser zu produzieren…, außerdem lagerst du auch vermehrt Wasser ein. Es kann bei einem Flüssigkeitsmangel sonst schnell mal zu einem Kreißlaufkollaps kommen, der dich und dein Kind gefährden kann.

Viel Bewegung an der Luft ist nicht nur schön (entspannend), sondern der Sauerstoff wird auch für dein Kind benötigt.

Bei einem normalen Schwangerschaftsverlauf ist gegen sportliche Aktivität nichts einzuwenden. Mache alles, wobei du dich wohlfühlst. Du wirst merken, wann es zu viel ist. Wenn du regelmäßig vor der Schwangerschaft joggen oder schwimmen warst, mache es ruhig weiter. Verzichten solltest du allerdings auf Sportarten, wo es zu ruckartigen Bewegungen oder Verletzungen kommen kann oder du nicht aufhören kannst, wenn du möchtest. Saunagänge sind ebenfalls erlaubt, wenn du ein regelmäßiger Saunagänger bist. Nur, wie überall, übertreiben solltest du es nicht. Nicht zu lange und nicht zu heiß und nicht bei Komplikationen im Schwangerschaftsverlauf.

In der Frühschwangerschaft wird die Haut oft sehr trocken und kann jucken. Eine Hilfe ist regelmäßiges eincremen und das Benutzen von milden Waschlotionen. Auch deinen Bauch kannst du regelmäßig eincremen und eine zarte Zupfmassage( durch deinen Partner) strafft das Bindegewebe. Schwangerschaftsstreifen kann so eventuell vorgebeugt werden. Eine Garantie für das Nichterscheinen von den ungeliebten Streifen kann dir keiner geben, auch wenn es die Werbeindustrie gern suggeriert. Wenn die Veranlagung zu einem schwachen Bindegewebe da ist, hilft das beste Cremen und Zupfen nichts. Gott sei Dank verblassen die Streifen nach der Schwangerschaft wieder.

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