Allergieprävention für Babys


Schwangerschaft und Stillzeit

  • keine allergenarme Diät der Mutter (kein Meiden von Milch, Ei, Weizen,Nüssen zur Allergieprävention beim Ungeborenen-nur bei mütterlicher Allergie natürlich)
  • 2-3 Portionen Seefisch pro Woche, davon 1-2 Portionen fettreicher Seefisch (z.B.Makrele,Hering,Lachs)
  • ausgewogene und nährstoffdeckende Ernährung
  • Zigarettenrauch vermeiden (Aktiv- und Passivrauchen)

Ernährung im ersten halben Lebensjahr

  • ausschließlich Stillen bis zum 5.-6. Monat (keine Tees,Säfte,Schmelzflocken…)

wenn Stillen nicht möglich ist:

  • bei Risikokindern (d.h. mindestens ein Elternteil oder Geschwisterkind leidet an einer Krankheit wie Asthma, Heuschnupfen, Neurodermitis) HA-Nahrung mindestens bis zum 5.Lebensmonat
  • bei Nichtrisikokindern: Säuglingsanfangsnahrung (bevorzugt Pre-Nahrung, keine Folgemilch)
  • keine Säuglingsnahrung auf Sojabasis
  • keine Ziegen-, Stuten- oder Schafsmilch
  • keine Getreide- oder Mandelmilchen

Beikost und Ernährung im ersten Lebensjahr

  • Einführen der Beikost nicht vor dem 4.Lebensmonat, am besten schrittweise innerhalb des 5.-7. Lebensmonats und dabei weiterstillen so lange es Mutter und Kind wollen (WHO-Empfehlung bis mind. zum 2.Geburtstag des Kindes)
  • möchte die Mutter zu Beginn des 5.Monats abstillen, ist bei Allergiekindern keine HA-Nahrung mehr nötig; es kann herkömmliche Säuglingsanfangsnahrung verwendet werden (am besten nach der Einführung von Vollmilch-Getreide-Brei)
  • keine Meidung potentieller Nahrungsmittelallergene wie Milch, Gluten (vorhanden in Weizen,Hafer,Roggen,Gerste,Dinkel,Kamut,Emmer,Einkorn,Hartweizen) und Fisch. D.h. Weizen wird nach dem ersten Brei eingeführt, Kuhmilch mit dem Milch-Getreide-Brei und fettreicher Fisch nach dem dritten Brei eingeführt.
  • Vermeiden von Übergewicht, da ein Zusammenhang zwischen erhöhtem Body-Mass-Index und Asthma besteht
  • ausgewogene und bedarfsgerechte Ernährung des Kindes

Ernährungsunabhängige und umweltbedingte Faktoren

  • Schutzimpfungen nach STIKO-Empfehlungen für alle Kinder, auch Allergierisikokinder
  • Haustiere: -keine Einschränkungen für Nicht-Risikokinder

-bei Risiko-Kindern keine Anschaffung von felltragenden Tieren, keine Katzen
(Hunde erhöhen wahrscheinlich nicht das Allergierisikos des Kindes)

  • Vermeidung von Zigarettenrauchaussetzung (auch an der Kleidung, an den Händen und im Gesicht/Mund befinden sich Giftstoffe), da gravierende Erhöhung des Allergie- und Astmarisikos
  • keine Verringerung der Aussetzung gegenüber Hausstaubmilben nötig ( z.B. keine Anschaffung eines speziellen Matratzenüberzugs nötig oder Kuscheltiere ins Tiefkühlfach)
  • Vermeidung eines schimmelpilzförderndes Innenraumklimas (hohe Luftfeuchtigkeit und mangelnde Lüftung vermeiden, Kinderzimmer mind. zwei mal tgl. 10 min lüften, Möbel sollten etwas Abstand zur Wand haben (www.umweltbundesamt.de)
  • Aussetzung gegenüber Innenraumluftschadstoffen gering halten (z.B. Kinderzimmer lange vor der Geburt streichen und viel lüften, neue Matratzen und Möbel auslüften lassen, keine Lösungsmittelhaltige Lacke/Farben)
  • Aussetzung gegenüber von Abgasen gering halten (z.B. an stark befahrenen Straßen eher am Abend/nachts lüften, Kinderwagen und Fahrradanhänger sind in Auspuffhöhe)

Allergische Erkrankungen wie Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis nehmen deutlich zu. Die Allergiekarriere beginnt meist schon im Säuglingsalter mit Nahrungsmittelallergien gegenüber Hühnerei oder Kuhmilch und wird sichtbar an Hautveränderungen oder Erbrechen, Koliken, Durchfall. Diese Kinder haben später ein erhöhtes Risiko, an allergischen Asthma oder Heuschnupfen zu erkranken. Um dieser Allergieentwicklung vorzubeugen, sind die oben genannten Präventivmaßnahmen besonders wichtig.
Neben der genetischen Veranlagung sind jedoch noch andere Faktoren notwendig, damit es überhaupt zu einer allergischen Erkrankung kommt. Nur die Veranlagung ist angeboren, nicht die Allergie selbst. Erst der Wegfall von Schutzfaktoren (z.B. ausschließlich Stillen bis zum 5. Lebensmonat) sowie schädliche Umweltfaktoren (Zigarettenrauch, Luftschadstoffe…) lassen aus der Veranlagung eine Allergie entstehen.
Die neueste Leitlinie zur Allergieprävention setzt nicht auf das Vermeiden von allergieverdächtigen Lebensmitteln (z.B. Kuhmilch, Ei..), sondern auf frühe Auseinandersetzung des Immunsystems damit und Toleranzentwicklung. Besonders Weizen und Fisch im Zeitfenster 5.-7.Lebensmonat gegeben, fördert eine Toleranzentwicklung. Dies gilt jedoch nur, wenn dabei weitergestillt wird.
Um das Allergie-Risiko des Kindes abzuschätzen, steht unter www.aid.de ein Fragebogen zur Verfügung. Hilfreiche Informationen sind auch beim Netzwerk Junge Familie “Gesund ins Leben” vom Bundesministerium für Ernährung,Landwirtschaft und Verbraucherschutz unter www.gesundinsleben.de zu finden.

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